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Leben&Arbeiten Breisach am Rhein
 
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Breisach überarbeitet historische Informationstafel „Zum Salmen“

Die Stadt Breisach am Rhein wird die Informationstafel am ehemaligen Gasthaus „Zum Salmen“ in der Neutorstraße inhaltlich überarbeiten. Ziel ist eine zeitgemäße Kontextualisierung des dort erwähnten Aufenthalts der Filmregisseurin Leni Riefenstahl. Die Entscheidung zur Demontage der bestehenden Tafel ist bereits seit längerem getroffen. Die Umsetzung erfolgt planmäßig und symbolträchtig bis zum 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa. Die aktuelle Tafel führt den mehrmonatigen Aufenthalt Riefenstahls im Jahr 1946 ohne kritische Kommentierung ihrer Rolle im Nationalsozialismus an. Aus heutiger Sicht entspricht diese rein dokumentarische Nennung – ergänzt durch ein handsigniertes Foto der jungen Riefenstahl – nicht mehr den Maßstäben einer differenzierten historischen Einordnung im öffentlichen Raum. Das Stadtarchiv arbeitet an einer belastbaren Überarbeitung, damit die Geschichte des ehemaligen Gasthauses „Zum Salmen“ weiterhin sichtbar bleibt und zugleich eine angemessene Einordnung Riefenstahls erfolgt. Ganz im Sinne der Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur seit der Jahrtausendwende gilt: Geschichte darf nicht relativiert oder ausgeblendet werden. Sie verlangt Einordnung, Klarheit und historische Verantwortung. Als geschichtsbewusste Stadt sieht sich Breisach in der Pflicht, ihre Vergangenheit differenziert aufzuarbeiten – ausdrücklich auch mit Blick auf die dunkelsten Kapitel der Geschichte. Die Neugestaltung dient als zeitgeschichtliches Zeugnis für die kontinuierliche Weiterentwicklung einer lebendigen Erinnerungskultur.
 
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