Gesundheitscampus Breisach – Neuausrichtung der medizinischen Versorgung Infos zum aktuellen Stand (29. Mai 2026)
Die Stadt Breisach arbeitet weiterhin daran, den Gesundheitsstandort Breisach zukunftsfähig aufzustellen und die medizinische Versorgung vor Ort langfristig zu sichern. Nach der Ankündigung der Schließung der Helios Rosmann Klinik wurde gemeinsam mit verschiedenen Partnern ein neues Versorgungskonzept entwickelt.
Medizinische Infrastruktur und Nutzung vor Ort
Der neue Gesundheitscampus Breisach verbindet niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, ein kommunal mitgetragenes (Medizinisches Versorgungzentrum (MVZ), die weitere Nutzung vorhandener medizinischer Infrastruktur sowie die Ansiedlung der Mediclin Seidel-Klinik mit Akut- und Reha-Angeboten.
Ein wichtiger Baustein des Gesundheitscampus Breisach ist der Erhalt bestehender Facharztangebote. Die Radiologie, die im März 2026 von Life Link Medical übernommen wurde, hat sich langfristig mietvertraglich an den Standort Breisach gebunden und wird dort weiter investieren. Auch die vorhandenen OP-Säle sollen künftig genutzt werden. Sie befinden sich nach Einschätzung der Stadt und nach Rückmeldungen von Interessenten in einem guten Zustand. Die OP-Räume sollen durch das MVZ genutzt und perspektivisch auch externen Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung gestellt werden.
Finanzierung und wirtschaftliche Struktur
Die Finanzierung des Gesundheitscampus Breisach setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen: Der Gebäudeunterhalt wird im Haushalt der Stadt Breisach am Rhein beziehungsweise künftig beim Eigenbetrieb Stadtbau abgebildet. Hierzu gehören Wartungen, Instandhaltungen und notwendige Investitionen in das Gebäude. Nach aktueller Einschätzung können diese Aufwendungen durch die Mieteinnahmen getragen werden. Perspektivisch sollen zusätzlich Rücklagen aufgebaut werden, um weiterhin in den Campus investieren zu können.
Neben der Finanzierung des Gesundheitscampus hat der Gemeinderat der Stadt Breisach am Rhein eine Anschubfinanzierung für das MVZ beschlossen. Der Gemeinderat hat hierfür einen maximalen Rahmen definiert. Nach der aktuellen Planung wird davon ausgegangen, dass das MVZ voraussichtlich in den ersten zwei Jahren unterstützt werden muss. Derzeit rechnet die Stadt mit einem Unterstützungsbedarf in Höhe von rund 500.000 Euro in Form eines Gesellschafterdarlehens. Dieses Darlehen ist vom MVZ zurückzuzahlen. Die genaue Höhe hängt vom wirtschaftlichen Verlauf des MVZ ab, insbesondere davon, wie schnell die OP-Räume genutzt oder vermietet werden können.
Für das MVZ sind insbesondere Investitionen in EDV, medizinische Ausstattung und zusätzliches Personal vorgesehen. Daneben entstehen in der Aufbauphase Betriebs-, Sach- und Personalkosten. Ein Businessplan sowie externe Einschätzungen zu Betriebs- und Sachkosten liegen vor. Diese Zahlen können sich in der Aufbauphase verändern, da sich Planungsgrundlagen, Annahmen und konkrete Rahmenbedingungen fortlaufend weiterentwickeln.
Das MVZ wird als GmbH gegründet. Diese Gesellschaftsform wurde rechtlich geprüft. Die GmbH-Struktur ermöglicht eine klare Organisation, wirtschaftliche Steuerung und die Möglichkeit, Gewinne zu erwirtschaften. Etwaige Gewinnausschüttungen sollen dazu beitragen, den Gesundheitscampus weiterzuentwickeln.
Weitere Einzelheiten zur Gesellschaftsstruktur, zur Finanzierung, zur Nutzung der OP-Säle, zur künftigen Versorgung und zu möglichen Interessenkonflikten werden im bestehenden FAQ (häufig gestellte Fragen & Antworten“) auf der Homepage der Stadt Breisach am Rhein www.breisach.de erläutert und fortlaufend ergänzt.
Bürgerinitiative und öffentliche Diskussion
Im Zusammenhang mit dem Einsatz für den Erhalt des Krankenhauses hatte sich bereits vor längerer Zeit eine Bürgerinitiative gegründet, die sich nun auch mit den Plänen für den Gesundheitscampus befasst.
Die Stadt Breisach am Rhein nimmt die kritischen Nachfragen der Bürgerinitiative „Rettet unser Rosmann-Krankenhaus Breisach e.V.“ zur Kenntnis. Eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Gesundheitscampus Breisach ist legitim und wichtig.
Aus Sicht der Stadt ist jedoch entscheidend, dass die Debatte über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Breisach am Rhein auf Grundlage der aktuellen rechtlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Vorgaben von Bund und Land geführt wird. Unter den Rahmenbedingungen der Krankenhausreform und der veränderten gesundheitspolitischen Vorgaben konnte der Erhalt des früheren Krankenhauses als Grund- und Regelversorger nicht erreicht werden.
Deshalb hat die Stadt Breisach am Rhein frühzeitig Verantwortung übernommen und gemeinsam mit Partnern ein neues Konzept entwickelt.
Die Stadt bedauert, wenn durch eine verkürzte Darstellungen der Eindruck entsteht, das Konzept sei nicht tragfähig oder zentrale Bestandteile wie die OP-Säle würden nicht berücksichtigt. Tatsächlich verfolgt die Stadt das Ziel, vorhandene Strukturen zu erhalten, weiterzuentwickeln und die wohnortnahe Versorgung dauerhaft zu sichern.
Mit dem neuen Konzept aus MVZ, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, weiter nutzbarer medizinischer Infrastruktur, sektorenübergreifender Perspektive und der Mediclin Seidel-Klinik entsteht ein tragfähiger Gesundheitscampus für die Region.
Die Stadt Breisach lädt alle Beteiligten ein, die weitere Entwicklung konstruktiv zu begleiten. Im Mittelpunkt sollte stehen, wie der Gesundheitscampus Breisach unter den veränderten Rahmenbedingungen bestmöglich gestärkt werden kann.
Weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen werden im bestehenden FAQ auf der Homepage der Stadt Breisach veröffentlicht und fortlaufend ergänzt.

